Klosterbouler Tipps & Tricks 

wissenswertes Rund um den Sport Boulen / Petanque

KLosterbouler Tips & Tricks – Wir möchten hier interessante Fakten über das Boulespiel sammeln, damit sie auf dem Bouleplatz nicht gleich als Neuling entlarvt werden und wir euch somit Hilfestellung geben können. Tips, die helfen, die größten Fehler beim Boulespiel zu vermeiden. Auch eine kurze Einführung in gängige Taktiken. Lernen Sie online die Pétanque-Regeln, so können Sie offline sofort loslegen und am Spiel teilnehmen.
(Quelle: boule.de & Boule-Daun vielen Dank)

Kurze wichtige Tipps

Sechs Metallbälle und eine kleine Holzkugel als Ziel – mehr braucht man nicht für eine Runde Boule. Ex-Weltmeister Ulrich Koch erklärt die wichtigsten Handgriffe des geselligen französischen Dorfplatzsports.

  • Hand: Die Kugel umfassen, bis sie sicher in der Hand liegt. Der Griff muss fest sein, sie dürfen aber auch nicht verkrampfen, damit die Kugel nicht zu früh losfliegt.
  • Finger: Sie liegen eng aneinander, umfassen die Kugel etwa zur Hälfte. Beim Wurf gleitet sie vorbei an den Fingern, die in die gewünschte Flugrichtung zeigen. Bremst man dabei die Kugel mit den Fingern kurz ab, bekommt sie einen Rückdrall mit.
  • Daumen: Der Daumen liegt seitlich an, bildet mit dem Unterarm eine gerade, waagerechte Linie und stabilisert so die Kugel.
  • Handgelenk: Kippt die Hand ein wenig zur Seite, rollt die Kugel nach dem Aufschlagen in die entsprechende Richtung weiter.
  • Unterarm: Beim Wurf wird der Arm nach unten gestreckt, seitlich am Körper vorbei nach hinten gehoben. Hat man genug Höhe für den Wurf, den Arm gestreckt nach vorn pendeln lassen und die Kugel loslassen.
  • Übung:Gleichgewicht halten Eine Kugel als Ziel etwa drei Meter entfernt legen und versuchen, sie aus der Hocke heraus direkt zu treffen.
  • Übung: Ziel erreichen Ziehen Sie eine Zielscheibe mit fünf Ringen (Abstand: 10 cm) in den Sand. Wie viele Punkte erreichen Sie mit fünf Kugeln aus zwei, drei oder fünf Metern Entfernung?
  • Übung: Drall geben Drei Meter entfernt einen Kreis ziehen (Durchmesser: 15 cm), links und rechts davon in 50 Zentimeter Abstand je eine senkrechte Linie. Wurfziel: Den Kreis so treffen, dass Ihre Kugel danach die linke bzw. die rechte Linie überrollt.
Wurf-Techniken

Wie halte ich die Kugel und wie lasse ich sie los?

Bevor man überhaupt anfängt, Boule zu spielen, sollte man sich unbedingt angewöhnen, die Kugeln richtig in die Hand zu nehmen:
Man sollte sie grundsätzlich nicht mit dem Daumen und dem kleinem Finger umgreifen, sondern zwischen Handballen und den drei Mittelfingern fassen. Der Handrücken zeigt immer nach oben. Nur so rollen die Kugeln automatisch über die drei Mittelfinger ab. Sie erhalten so einen schönen Rückdrall (backspin) der den Lauf der Kugel stabilisiert und in der Länge besser kalkulierbar macht.

Legen (franz. pointer)

das meint beim Boule: möglichst präzise platzieren. Man kann sich für drei verschiedene Wurftechniken entscheiden:
wurftechniken
 
   Rollen oder Kullern (franz. Roulette), 

 
   den halben Bogen (franz. demi-Portée)
 
 
   den hohen Bogen (franz. haute Portée)
 

Alle drei Wurfarten kann man aus der Hocke oder aus dem Stand spielen.
Tipp: je kürzer die Distanz bzw. je härter der Boden ist, desto eher sollte man aus der Hocke spielen.
Egal, für welchen Wurf man sich entscheidet, der Körper muß immer gut ausbalanciert sein, um ihn nicht zu “verreißen”.
Für jede Wurftechnik gilt: Die Kugel nicht durch Muskelkraft, sondern nur durch den Schwung des Armes fliegen lassen!

Wenn man sie aus der oben abgebildeten Handhaltung über die Fingerkuppen abrollen läßt, erhält sie automatisch einen Rückdrall, der ihren Lauf stabilisiert und in der Länge kalkulierbarer macht. Der Punkt, an dem die Kugel auf den Boden auftreffen soll (franz. Donnée), muß `gesund’ sein, damit sie nicht verspringt. Eine Donnée genau zu treffen, erfordert intensive Übung. Die richtige Wahl einer Donnée setzt die “Kunst des Bodenlesens” voraus, die sich erst durch viel Erfahrung ergibt. Und: lieber zu kurz als zu lang legen, denn eine Kugel vor der Sau stört den Gegner. Und bei seitlichem Gefälle des Geländes sollte man beherzigen: immer am Berg spielen, nie im Tal. Um erfolgreich Pétanque spielen zu können, muß man gerade auch taktisch versiert sein. Anfänger wollen jede Kugel am liebsten an die Sau legen. Profis spielen oft “auf Bild”, nicht “auf Punkt”. Solche Finessen lassen sich letztlich nur nach Bezahlen von viel Lehrgeld erlernen. Hier reicht der Platz für eine weitere Vertiefung nicht und wir befassen uns lieber mit Tips zum Schießen, von denen man bei Beachtung echt profitieren kann.

Schießen (franz. tirer)

ist spektakulär, macht Laune, kann Spiele umdrehen und ist im Vergleich zum Legen einfacher und schwieriger zugleich.
Auch wenn das Wort den Irrtum nahelegt: Schießen hat nichts mit Gewalt sondern mit Gefühl zu tun. Um gut zu schießen, braucht man:

  • eine präzise Sensorik und gutes räumliches Vorstellungsvermögen
  • einen sicheren Stand durch vollendet ausgelotetes Gleichgewicht
  • eine permanent geübte optisch-motorische Koordination
  • eine Automatisierung und Vereinfachung der Bewegungsabläufe
  • stimmige Konnotationen im Bewußtsein (etwa Phantasien eines zärtlichen Kusses und nicht Gedanken, etwas abschießen zu wollen)
  • eine mentale Belastbarkeit und Erfolgszuversicht

Wenn man bereits als Kind anfängt, zu ballern und zu treffen, kann man es praktisch nie mehr verlernen. Wer erst als Erwachsener anfängt, schießen zu üben, wird sich immer damit herumplagen müssen, daß der Verstand mitspielen will.
Nur: der stört defacto eher, als daß er helfen könnte!
Wer sich eine weiche, eher zeitlupenmäßige Technik beim Schwingen des Arms angewöhnen kann, wer einen sicheren Stand hat und der Kugel `nicht hinterherfällt’ und wem es nach viel Übung gelingt, sich vom Bauch regieren zu lassen und vorm Schuß an nix mehr zu denken, der hat als Erwachsene/r noch eine gewisse Chance, eine/r gute/r Ballerfrau/mann zu werden.
Ja, er wird Schießen zuweilen als kinderleicht empfinden und seine Volltreffer als ungemein luststiftende Erlebnisse beschreiben.

Angreifen oder verteidigen?

Diese Abwägung hängt von vielen Faktoren (Bodenbeschaffenheit, Kugelverhältnis der Parteien, Tagesform, Mut / Offensivgeist oder Angst vor Fehlschüssen (`Löchern’) ab und ist oft der Knackpunkt des ganzen Spiels. Die psychologischen Nachwirkungen von Angriff oder Verteidigung entscheiden nicht selten das Spiel. Erfahrungsgemäß gerät ein Team, das sich offensive Spielzüge nicht zutraut, gern ins Hintertreffen. Ähnlich wie beim Fußball kann man aber auch defensives Spiel perfektionieren – mit all seinen häßlichen oder langweiligen Nebenwirkungen.

In jedem Fall muß die andere Partei solange spielen, bis sie den Punkt gewonnen oder keine Kugeln mehr hat (`leer’ ist). Holt sie den Punkt, ist wiederum das erste Team solange dran, bis es seinerseits den Punkt zurückerobert oder keine Kugeln mehr hat.
Ist eine Partei leer, versucht die andere mit den ihr verbleibenden Kugeln, weitere Punkte zu markieren, denn jede Kugel einer Partei, die näher an der Sau liegt, als die beste des Gegners, wird am Ende eines Durchgangs (Aufnahme) als Punkt gezählt.

Gezählt (nötigenfalls gemessen) wird, wenn alle zwölf Kugeln beider Parteien gespielt sind. Wenn z.B. die zweitbeste Kugel der anderen Partei gehört, erhält man einen Punkt, wenn drei Kugeln einer Partei besser liegen, als die beste der anderen, gibt es für sie drei Punkte usw. Möglich sind also ein bis sechs Punkte pro Aufnahme.
Jetzt hat die Partei Anwurfrecht, die die letzte Aufnahme gewonnen hat. Sie zeichnet den Kreis dort, wie dort Sau zuletzt lag, wirft sie aus und spielt die erste Kugel.

Training: Gleichgewicht

TIPPS FÜR DAS TRAINING - GleichgewichtBei dieser Übung geht es darum Ihr Gleichgewicht beim Schießen zu verbessern. Versuchen Sie dazu eine Kugel aus der Hocke zu treffen ohne dass Ihre Kugel vorher auf dem Boden aufkommt. Gleichzeitig schulen Sie mit dieser Übung das genaue Werfen der Kugel.

 

Training: Aufschlagpunkt

Training AufschlagpunktDies ist eine gute Übung um den halben und den hohen Bogen zu üben. Zeichnen Sie dazu mehrere ca. 10 – 15 cm kleine Kreise auf den Boden. Versuchen Sie jetzt Ihre Kugeln aus der Hocke oder aus dem Stand so zu werfen, dass sie in den Kreis fallen, ohne vorher den Boden zu berühren.

Training: Zielscheibe

Training ZielscheibeZeichnen Sie sich für diese Übung eine “Zielscheibe” in einer Entfernung von etwa 8 Metern auf den Boden. Werfen Sie jetzt Ihre Kugeln und versuchen Sie so viel wie möglich Punkte zu erwerfen. Durch ausdauerndes Training versuchen Sie jetzt Ihre Punktzahl allmählich zu erhöhen.

Training: Effet

TIPPS FÜR DAS TRAINING EffetDies ist die Königin unter den Wurftechniken beim Legen. Um sie zu trainieren zeichnen Sie sich in etwa 3-4 Metern einen kleinen Kreis, und rechts und links davon eine Linie. Sie sollten jetzt versuchen so zu werfen, dass Ihre Kugel innerhalb des Kreises aufkommt und anschließend über eine Linie rechts oder links rollt.

Training: Direkter Schuss

Training direkter SchussZiel dieser Übung ist es, die Treffsicherheit zu erhöhen. Legen Sie sich dazu eine Kugel etwa 5-6 Meter vor sich und versuchen Sie diese Kugel zu treffen. Vergrößern Sie dann allmählich die Entfernung der Zielkugel bis auf ca. 10 Meter. Zur Abwechslung können Sie die Zielkugel etwas erhöht, z.B. auf ein Holzklotz, legen. Dadurch lernen Sie beim Wurf den Wurfarm richtig hochzuziehen und Sie gewöhnen sich gleichzeitig den zu kurzen Schuss ab, der einer der häufigsten Anfängerfehler ist.

Training: Rückläufer

Training RückläuferBegabte Spieler schaffen es, ihrer Kugel einen Rückdrall zu verleihen, sodass die Kugel nach dem Aufprall zurückrollt. Um dieses Kunststück zu üben ziehen Sie, etwa 20 cm vor der Zielkugel, eine Linie. Versuchen Sie nun Ihrer Wurfkugel beim Wurf einen gegen die Wurfrichtung gerichteten Drall zu verleihen. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, rollt die Wurfkugel, nachdem sie das Ziel getroffen hat, über die Linie zurück.

Training: Volltreffer

Training: VolltrefferUm kontinuierlich Spiele gewinnen zu können ist es unumgänglich, sichere Volltreffer werfen zu können. Um das zu trainieren legen Sie eine Kugel in einen ca. 30 – 50 cm großen Kreis. Versuchen Sie jetzt die Kugel mit einen Volltreffer aus dem Kreis zu schießen. Ihre Kugel sollte den Kreis nach dem Aufprall nicht mehr verlassen. Variieren Sie bei dieser Übung öfters Ihre Position und Entfernung zu dem Ziel.

Training: Hintere Kugel

Training hintere KugelDiese Übung eignet sich um präziser Treffen zu lernen. Legen Sie dazu zwei Kugeln so hintereinander, dass gerade eine Kugel dazwischen passt. Versuchen Sie jetzt die Hintere wegzuschießen, ohne dabei die vordere Kugel zu berühren. Ändern Sie auch bei dieser Übung Ihre Entfernung zum Ziel.

Das Kugelgewicht

Das “Wohlfühlgewicht” liegt in der Hand

Als Gewicht sollte in der Regel um die 700 gr. gewählt werden – bei kleinen Kugeln und wenn man mit ihnen überwiegend schießen will, eher etwas weniger, bei großen und wenn sie speziell zum Legen gedacht sind, eher mehr. Es hängt aber auch von den Wurftechniken ab, ob Frau bzw. Mann mit leichteren oder schwereren Boules besser klar kommt. Die Marke des Herstellers, das Zulassungssiegel ebenso wie die Seriennummer und das Gewicht sind auf jeder zugelassenen Kugel eingraviert.

Die Kugellegierung

Carbone, Stahl – Chrom – Legierung, Titanium – Aluminium – Legierung

Wenn Carbone-Kugeln feucht und nicht pfleglich behandelt werden, können sie rosten, z.B., wenn sie längere Zeit im Kofferraum spazieren gefahren werden.  Wer das nicht will, nimmt sie immer mit in trockene Wohnräume oder – wenn ihm das zu anstrengend ist – zahlt er etwas mehr und entscheidet sich für nie rostende Inox-Kugeln.
(Inox vom französischen inoxydable gebildet, was soviel bedeutet wie “nicht oxidierbar” oder “rostfrei”) Viele Spieler/innen lieben allerdings gerade Kugeln, die – zumindest theoretisch – rosten können, weil ihnen ein besserer Handkontakt nachgesagt wird.

Der Kugeldurchmesser

Verhältnis Körpergröße zu Kugeldurchmesser

Das wichtigste Kriterium beim Kugelkauf ist die Größe. Sie müssen genau in die Hand passen, wobei die unten stehenden Angaben als Anhaltspunkte zu verstehen sind:

Die Angaben gelten für Menschen mit einem proportionalen Verhältnis zwischen Rumpf und Extremitäten. Wer durch seine Schuhgröße weiß, dass er relativ “zu kleine” oder “zu große” Füße hat, kann analog beim Kugeldurchmesser einen Millimeter kleiner oder größer wählen.

Leider verbreiten Kugelhersteller seit jeher die Märchen, dass Leger kleinere und Schießer größere Kugeln wählen sollten. Ähnlich widersinnig wäre es, wenn Schuhproduzenten verschiedene Schuhgrößen für Gehen und Laufen empfehlen würden.
Das nicht zu leugnende Argument, dass kleinere Kugeln statistisch betrachtet seltener getroffen werden und größere statistisch häufiger treffen müssten, wird durch das Faktum, dass mit Kugeln, die für die betreffende Hand die falsche Größe haben, viel unpräziser gespielt wird, mehr als außer Kraft gesetzt.

 

Körpergröße             Durchmesser
bis 1,69 71mm
bis 1,70 bis 1,72 72mm
bis 1,73 bis 1,75 73mm
bis 1,76 bis 1,78 74mm
bis 1,79 bis 1,81 75mm
bis 1,82 bis 1,84 76mm
bis 1,85 bis 1,87 77mm
bis 1,88 bis 1,90 78mm
bis 1,91 bis 1,94 79mm
ab 1,95 80mm

Mitglied werden?

schau doch einfach mal während unserer Trainingszeiten von den Klosterbouler TSV Kemnade vorbei, spiel mal mit und entscheide dann, ob Boule für Dich die neue Freitzeitbeschäftigung wird. Mitgliedsanträge können direkt vor Ort ausgefüllt werden oder hier online. Wir freuen uns auf Dich!